Bundessiegerprüfung für Rettungshunde

ein Bericht von Katrin Kölsch …….

2 Treppchenplätze für die Landesgruppe Hessen-Süd

Vom 04. bis 07. Juli 2019 fand die nunmehr 4. Bundessiegerprüfung für Rettungshunde bei der SV Ortsgruppe Böblingen statt. Erstmals war diese mit einem Internationalen Championat gekoppelt, sodass 28 Rettungshundeteams aus Österreich, Belgien und Deutschland, teilweise sogar in mehreren Sparten, miteinander in den sportlichen Wettstreit um den Titel traten.

Bei hochsommerlichen Temperaturen fand am Donnerstag zunächst für alle Teilnehmer ein eigenverantwortliches Probetraining auf dem Platz statt. Trotz der hohen Teilnehmerzahl wurde ein äußerst kameradschaftlicher Umgang miteinander gepflegt und auf die Starter Rücksicht genommen, die am Folgetag bereits in die Prüfung mussten und daher nicht nochmals trainieren konnten. Man half sich gegenseitig, alte Kontakte wurden vertieft und neue geknüpft.

Am späten Nachmittag eröffnete der Bundesbeauftragte für Spezialhundeausbildung und Oberrichter Andreas Quint offiziell die Veranstaltung, stellte nach seinen Grußworten die Richterschaft für die diesjährige Veranstaltung vor und leitete die Auslosung der Startreihenfolge, die Reihenfolge der Unterordnungs- und Gewandtheitsteile sowie des Apportiergegenstandes, der seit Einführung der neuen Prüfungsordnung im Januar nunmehr in der höchsten Prüfungsstufe für alle Teilnehmer gleich ist. Dieser wurde dann auch sogleich aus dem Trainingspotpourri der zur Verfügung gestellten Gebrauchsgegenstände entfernt, um die Chancen auf einen perfekten Apport für alle Starter gleich zu halten.

Freitag standen bereits am Vormittag die ersten ca. 2.000 Schritt langen Fährten zur Ausarbeitung an. Schien der Wettergott zunächst noch ein Herz mit den zur Suche angetretenen Hunden zu haben, überlegte er es sich leider schnell anders. Bereits ab 10 Uhr klarte der Himmel auf und die Sonne brannte wie am Vortag auf das ohnehin schon anspruchsvolle Gelände. Gesucht wurde auf Wiesen, deren Bewuchs von kniehoch bis ganz kurz, von kultiviert bis Blütenpracht und sogar teilweise mit Streuobst variierte oder durch Wege unterbrochen war.

Welcher Starter nun welche Fährte zugeteilt bekam, wurde hier zu Beginn regelkonform nochmals ausgelost. Für die LG 08 trat dann am Nachmittag in der RH 2 – Fährte B Christine Colligs mit ihrer Hündin Quentchen von den Wölfen an. Nachdem die Hündin in dem 30×30 Meter großen Stöberfeld fast die volle Zeit für das Auffinden des Identifikationsgegenstandes benötigte, war es nun ein Kraftakt, die 3 Stunden alte Fährte durch das landschaftlich wunderschöne Tal auszuarbeiten, in dem sich aber mittlerweile drückende Schwüle ausgebreitet hatte. Die erfahrene Hündin arbeitete dennoch die Strecke konzentriert ab, verwies ihrer Hundeführerin alle ausgelegten Gegenstände und lies sich selbst von einem aufspringenden Hasen nicht davon abbringen, zielstrebig und erfolgreich bei der am Ende befindlichen Versteckperson anzukommen. Obwohl sich die Hündin im letzten Drittel noch über einige Hügel kämpfen musste und mit ihrer Kondition merklich am Ende war, verbellte sie die anzuzeigende Person letztlich einwandfrei und wurde von Leistungsrichter Helmut Hecker mit guten 176 Punkten belohnt.

Parallel zur Fährtensuche wurde von Leistungsrichterin Yvonne Steinborn-Bartsch die Flächensuche der Teilnehmer in der Sparte RH 2 – Fläche A gerichtet. Hier gingen für die Landesgruppe Markus Kölsch mit seiner Hündin Antara Caballero de Alemán und Bunliang Inderwies mit ihrem Rüden Black von der Geigenbauersiedlung an den Start.

Auch das für die Flächenprüfung ausgewählte Waldgebiet erwies sich als recht anspruchsvoll, zumal es an dem schönen, sonnigen Freitagnachmittag stark von Ausflüglern, Gassigängern, Radfahrern und Reitern frequentiert war, die die jungen Hunde erst einmal als nicht zur Suche gehörend aussortieren mussten.

Im Wald stand die Luft und machte es den Teams konditionell nicht leicht, das vorgegebene Suchgebiet von ca. 20.000 qm in nur 15 Minuten vollständig zu durchstreifen, zumal die Hundeführer in dieser Prüfungsstufe den Mittelweg nicht verlassen durften und stattdessen ihre Hunde entsprechend weit zur Stöbersuche entsenden mussten, nachdem die offene Anzeigeübung einer Person absolviert wurde.

Markus Kölsch konnte mit seiner Hündin Antara nach 2 vorzüglichen Anzeigen hier die Prüfung nicht mehr bestehen, nachdem er sich in der Zeit verkalkuliert hatte und die Hündin so die Witterung der letzten, am Ende des Suchgebiets versteckten Person nicht mehr aufnehmen konnte.

Ein glücklicheres Händchen im Einsatz ihres jungen Hundes hatte Bunliang Inderwies, die mit Vertrauen in das Können ihres Rüden und etwas Mut zur Lücke in der vorgegebenen Zeit alle Versteckpersonen finden konnte und für die einwandfreien Anzeigen ihres Hundes mit insgesamt sehr guten 182 Punkten belohnt wurde.

Am Samstag stand dann für alle 3 Starter der Landesgruppe bei erneut strahlendem Sonnenschein die Unterordnung und Gewandtheit auf dem Plan. Obwohl die Anstrengungen der vergangenen Suchen den Teilnehmern und vor allem den Hunden noch in den Knochen steckten und die eine oder andere verpatzte Übung für Schreckmomente in der Fangemeinschaft sorgte, schafften alle 3 Teams souverän die Anforderungen und erhielten von Leistungsrichter Heiko Christian Grube Glückwünsche zu dem bestandenen Teil B der jeweiligen Prüfung.

Gesellig ließ man den Tag in großer Runde beim Festabend ausklingen, den die SV OG Böblingen ebenso hervorragend organisiert hat, wie den sonstigen Veranstaltungsverlauf.

Während die letzten Starter der BSP und des internationalen Championats am Sonntag noch Teile ihrer Prüfung absolvierten, tauschte man sich in der Zuschauerschaft bereits freundschaftlich über Erfolg und Misserfolg der vergangenen Tage aus und verabredete sich schon für das nächste Jahr.

Am Nachmittag zogen dann mit wehenden Fahnen die Rettungshundeteams der 10 teilnehmenden Landesgruppen des SV zusammen mit den internationalen Startern zur Siegerehrung ein.

In der Sparte RH 2 – Fährte B erreichte Christine Colligs mit ihrer Quentchen mit insgesamt 251 Punkten den 2. Platz und ist damit Vize-Bundessieger Fährte. Ebenso setzte sie sich im Championat gegenüber ihrer internationalen Konkurrenz durch und errang auch da den 2. Platz. Bunliang Inderwies gewann mit ihrem Rüden Black mit insgesamt 268 Punkten die RH 2 – Fläche A und durfte in dieser Sparte ganz nach oben.

Peter Russ, der momentan kommissarisch das Amt des Landesbeauftragten für Spezialhundeausbildung bekleidet, sprach den Teilnehmern der Landesgruppe seine Anerkennung und Glückwünsche aus und motivierte alle zur weiteren Vernetzung in der noch relativ kleinen Sparte des Rettungshundebereichs.