7-Länderwettkampf – ein Bericht von Heiko Scheurer

7 Länderwettkampf in Eschenbach i.d.OPf

Vom 28.03.-30.03.17 fand in Eschenbach i.d.OPf der diesjährige 7-Länderwettkampf statt.

Eschenbach zählt sich zu den schönsten Landstrichen der Oberpfalz, es beherbergt Naturschutzgebiete in denen die einheimische Pflanzen- und Tierwelt noch nicht dem industriellen Vormarsch der Menschheit gewichen ist.

Doch entsprang der Natur ein wirklich schön gelegener Sportplatz auf welchem die Ortsgruppe Rußweiher den 7-Länderwettkampf ausrichtete. Es mangelte an nichts, von exzellenten Parkmöglichkeiten bis hin zum Oberpfälzischen Pizzabäcker der nicht mit italienischem Akzent herausstach sondern mit seiner pfälzischen Artikulation die Hungrigen überraschte.  Eine reich gedeckte Kuchen-Theke sowie ein überaus, mit kulinarischen Getränken aus der Umgebung, gefüllter Getränkestand welcher stark frequentiert war, schmückten den Vorhof des Sportgeländes. Des Weiteren boten die Veranstalter noch verschiede „Shopping“ Möglichkeiten welche durch Hundesportartikel und Anhänger inkl. Zubehör, das Hundesportler Herz höherschlagen, und die Geldbörsen leerer werden ließen.

Die Teams, Landesgruppen-Übungswarte und der Schutzdiensthelfer des zweiten Teils, Daniel Stein, den die Landesgruppe Hessen-Süd dieses Jahr stellte, reisten bereits am Donnerstagabend an um sich an das Oberpfälzische Klima zu gewöhnen, bevor es dann am Freitag zum Probetraining ging. Alle Teams konnten den ihnen selbst gestellten Herausforderungen des Trainings in UO und SD gerecht werden.

Nach dem Training begann der Probeschutzdienst der beiden Helfer. So konnte sich jeder ein Bild von den Arbeitsweisen und den Helferwegen machen. Am Ende des Schutzdienstes fanden sich alle angereisten 50 Hundeführer und Hundeführerinnen zur Auslosung im Festsaal ein.

Die Anspannung aller Teams war in jedem Gesicht der Hundeführer erkennbar.

Am Abend luden die Landesgruppen-Übungswarte zum gemeinsamen Essen ein. Trotz Anspannung und Nervosität im Hinblick des nächsten Tages, schmeckte das Essen. Sodass jeder sich wohlgenährt in das Hotel zurückziehen konnte. Eine kleine Runde fand sich am Abend nochmal im hoteleigenen „Besprechungsraum“ zusammen und fachsimpelte über die Gegebenheiten des bevorstehenden Wettkampfes.

Doch schon in der Nacht zum Samstag begann die Pechsträhne der Landesgruppe Hessen-Süd, Sportsfreund und Hundeführer Siegbert Becker musste seinen Hund Hutch krank melden.

Er reiste am selbigen morgen noch ab, um seinen heimischen Tierarzt aufzusuchen.

Nicht entmutigt, sondern voller Enthusiasmus zogen die Hundeführerteams und Mitgereiste los, um sich dem Wettkampf zu stellen.

 

Den Anfang machte Markus Horch mit seinem Titus z. Kraje Karla IV. in der Fährte, welcher durch eine sehr sichere Arbeit mit 91 Punkten überzeugte.

Am Sonntag folgte für das Team Unterordnung und Schutzdienst. Beide vorgeführten Abteilungen waren wirklich sehr ansehnlich und stachen mit präzisem Gehorsam und schnell ausgeführten Übungen heraus. Leider mangelte es in der Unterordnung an der Zielstrebigkeit für das Voraus.

Doch im Schutzdienst konnten sie abermals überzeugen, somit sie mit 92 Punkten in der Unterordnung und 93 Punkten im Schutzdienst belohnt wurden.

Sie belegten einen starken 9. Platz mit 276 Punkten und ein Gesamt SG

 

Als erster in der Unterordnung der Landesgruppe Hessen-Süd, führte uns Bernd Scheibelein seinen Hund Biss vom Salztalblick vor. Ein Hund der durch seine Kontinuität und beständiges Arbeiten überzeugte.

Lediglich in der Freifolge mangelte es etwas an Aufmerksamkeit. Jedoch legte er alle technischen Übungen mit Bravour ab und wurde in der UO mit 90 Punkten belohnt.

Im Schutzdienst machte der Hund seinem Namen alle Ehren, er revierte zielstrebig, er stellte sauber, er verhinderte die Flucht wirksam mit einem festen, vollen „Biss“.

Er vereitelte wirksam den Überfall aus dem Rückentransport, welcher ihm aber aufgrund der Annahme sichtlich weh tat.

Trotz allem ging er zielstrebig durch den Angriff aus der Bewegung und setzte einen festen, vollen „Biss“ den er auch bis zum dritten Hörzeichen sicher hielt und somit leider Disqualifiziert wurde.

 

Sportsfreund Thomas Kantyba führte am späten Samstagvormittag seinen Bruno vom Wolfsstolz vor. In der Unterordnung zeigte der Hund ein überaus freudiges und aufmerksames Arbeiten, alle technischen Übungen wurden schnell und auf den Punkt ausgeführt. Der Hund strahlte über die gesamte Unterordnung eine hohe Freude und Triebbeständigkeit aus. Leider ging er beim Voraus zu früh ins Platz welches ihm kostbare Punkte stahl.

Im Schutzdienst konnte er durch seine hohe Grundgeschwindigkeit überzeugen. Ein schnelles, zielstrebiges Revieren, ein sicheres Stellen und Verbellen – welches leider ein zweites Hörzeichen zum Abrufen benötigte. Die kurze Flucht vereitelte er schnell und sicher, nach der Kampfhandlung benötigte er ein zweites Hörzeichen zum Trennen. Den Überfall aus der Bewegung vereitelte er sicher, doch leider ließ er sich von seiner Vereitelung nicht abbringen und ignorierte alle 3 Hörzeichen und wurde somit ebenfalls Disqualifiziert.

 

Samstagnachmittag führte Jens Scheika uns seinen Bonfire Arabrab vor, den jüngsten Hund der Veranstaltung mit gerade mal 2 Jahren und 11 Monaten. Doch merkte man ihm das nicht an, ein Hund der eine glänzende Unterordnung ablieferte.

Er zeigte hohe Arbeitsbereitschaft und Beständigkeit in allen Übungen, leider beim Apport über die 1m Hürde musste er das Holz nochmals aufnehmen da er es durch seine hohe Geschwindigkeit verlor.

Doch in den weiteren Übungen zeigte er sich selbstbewusst und sicher. Sodass er eine Punktzahl von 92 erreichte.

Im darauffolgenden Schutzdienst zeigte der Hund eine tolle Arbeit und meisterte ihm alle gestellten Aufgaben. Er verbellte sicher, er vereitelte kraftvoll, er trennt und bannt sicher. Ein ansehnlicher, triebstarker Schutzdienst der am Ende mit 91 Punkten belohnt wurde.

Am Sonntagmorgen legte er seine Fährtenarbeit ab. Er suchte sauber und sicher den kompletten Fährtenverlauf ab und verwies sicher die 3 gelegten Gegenstände. Für die Nasenarbeit wurde er vom Leistungsrichter mit 90 Punkten bewertet.

Jens und Bonfire erreichten den 13. Platz mit 273 Punkten und einem Gesamt SG.

Als letzter Starter aus unser LG am Samstag, führte der diesjährige LG FCI-Quali Sieger Sascha Christ uns seinen Frank vom Eichbaum vor.

Eine sehr ansehnliche und korrekte Unterordnung wurde uns vorgeführt. Alle Übungen werden auf den Punkt genau gezeigt. Alle Apportierübungen sind druckvoll und ruhig. Das Voraus nimmt er sicher an, geht zielstrebig bis an die ihm angewiesene Stelle, legt sich schnell und sicher – bis dahin Vorzüglich – nur dann entschied er sich leider für eine kurze Standprobe, legte sich dann aber wieder selbstständig ab. Ein Fehler der dem Team kostbare Punkte nahm, sodass es am Ende leider nur zu 91 Punkten reicht.

Im Schutzdienst zeigte er eine hohe Kampfbereitschaft, die ihn dazu brachte das dritte Versteck nur an- und nicht zu umlaufen. Die restlichen Verstecke werden sicher und genügend schnell umlaufen. Zu Beginn der Stellphase könnte er noch etwas druckvoller sein, bellt dann aber beständig und sicher. Beim Abrufen möchte er noch einen zweiten Blick auf den Helfer erhaschen. Im weiteren Verlauf des Schutzdienstes zeigt er sich sicher und bewältigt alle Kampfhandlungen.

Der Leistungsrichter vergab ihm für die gezeigten Leistungen 89 Punkte.

Am darauffolgenden Sonntag führte das Team eine sichere Fährtenarbeit vor. Frank bewältigte sicher die ihm vom Fährtenleger gestellten Aufgaben und verwies sicher alle 3 Gegenstände welche ihn zum Ende der Fährtenarbeit führten. Die Sucharbeit wird mit 91 Punkten vom Leistungsrichter bewertet.

Schlussendlich erreichte das Team einen soliden 15. Platz mit 271 Punkten und einem Gesamt SG. Mit diesem Ergebnis qualifizierte sich das Team direkt auf die diesjährige BSP.

Nach Abschluss eines imposanten und spannungsgeladenen Wettkampftages fanden sich alle Hundeführer, Leistungsrichter, mitgereiste Fans und Mitwirkende des Vereins im Festsaal des Vereinsgeländes ein um gemeinsam den geladenen Rednern und den Musikern zu lauschen. Mit gut hergerichtetem Essen schlug sich die Festgemeinde die Mägen voll.

Nach gemeinsamen Dinieren ging es dann zur hopfen- und malzhaltigen Bierverköstigung, welche dann doch ganz rentabel für Verein und ausrichtende Ortsgruppe ausgefallen sein dürfte, da es reichlich floss.

Ein gemütlicher und heiterer Abend fand dann im „Besprechungsraum“ des Hotels sein Ende, sowie Wladimir Klitschko, der unter den Augen der Hessischen Fans in der 11. Runde sein Ende fand. Durch diesen Knockout Klitschkos und hinsichtlich leider auch unserem Knockout mit dem erkrankten Hund und den beiden Disqualifikationen, ließen wir uns doch nicht unterkriegen und verteidigten stolz unsere Hessische Ehre am darauffolgenden Sonntag.

Am Sonntag ließen wir dem Hessischen Teamgeist freien Lauf und unterstützten alle Teams in Fährte und auf dem Platz. Vor allem aber unterstützten wir unseren Helfer Daniel Stein (Lehrhelfer Hessen-Süd), der wirklich einen starken zweiten Teil im Schutzdienst ablieferte.

Er arbeitete fair und gleichbleibend für jeden Hund. Bot entsprechend der PO seinen Anbiss an und verdrängte druckvoll bis zum Einstellen. Einzelne Hundeführer waren da anderer Ansicht und reflektierten den Misserfolg ihres Hundes auf die Helferarbeit, welches aber vom Leistungsrichter sofort dementiert wurde und somit sämtliche Luft aus wutentbrannten Worten abgelassen werden konnte.

Es folgten noch sehr ansehnliche und starke Vorführungen wie unter anderem oben genannten Markus Horch.

Der letzte Wettkampftag neigte sich dem Ende zu und die Siegerehrung rückte in greifbare Nähe.

Hundeführer und Mannschaftsführer stellten sich zum feierlichen Einmarsch in die „Arena“ auf und folgten der Kapelle auf den Platz um gebührend für die erbrachten Leistungen des zurück-liegenden Wochenendes gefeiert zu werden. Nach Aufstellung aller Teams rief Klaus

Dworschak die Beste Bayrische Hundeführerin Inge Haas mit ihrem Basko von der Haugshütte auf, um ihr den von Horst Seehofer gestifteten Porzellanlöwen zu überreichen.

Im Anschluss nannte Dworschak die Team Gesamtwertung: Sieger in der Mannschaftswertung wurde Württemberg, Platz zwei ging an Österreich, Platz drei wurde an Bayern Süd vergeben. Der vierte Platz ging an die Schweiz. Als Fünftplatzierter wurde Baden benannt.

Als vorletzte Mannschaft wurde Hessen-Süd aufgerufen. Welche aber dafür, meiner Ansicht nach, den meisten Applaus erhielt, da unsere Teamleistung außerhalb des Platzes den ersten Rang errungen hatte. Somit ließen wir unsere Hessen hochleben.

Bayern Nord zeigte sich an diesem Wochenende als guter Gastgeber und belegte den letzten Platz in der Mannschaftswertung.

Nach den Mannschaftswertungen folgte die Einzelwertung. Dworschak begann mit den ersten drei Rängen. Den dritten Platz belegte Albert Klaus mit seinem Cliff vom Neuzeller Brunnen, den zweiten Platz belegte Tobias Wunderlich mit seinem Grosso vom Bonauer Wald. Sieger der Veranstaltung wurde Thomas Wöginger mit seinem Bordy Blendy.

Nach den Siegern wurden die restlichen Hundeführer geehrt. Folgende Platzierungen legten unsere Hessen ab:

·         Platz 9. Markus Horch mit Titus der sich mit diesem Platz für die Bundes-FCI qualifiziert.

·         Platz 13. Jens Scheika mit Bonfire der sich ebenfalls für die Bundes-FCI qualifiziert.

·         Platz 15. Sascha Christ mit Frank der sich durch den Sieg bei der LG FCI-Quali für die
Bundessiegerprüfung qualifiziert.

·         Disq. Thomas Kantyba mit Bruno der sich ebenfalls für die Bundes-FCI qualifiziert.

·         Disq. Bernd Scheibelein mit Biss der sich als Ersatzstarter für die Bundes-FCI qualifiziert.

Nach der Mannschaftsbesprechung, welche unter der Leitung von Reiner Beitel und Paul-Werner Koch abgehalten wurde, begaben sich alle in das, in der Nachbargemeinde gelege „Kloster Speinshart“, welches von Landesgruppenübungswart Paul-Werner Koch während der Fährtenarbeit erspäht wurde. Es wurde köstlich gespeist und ausgiebig gefeiert. Ein wirklich gelungener 7-Länderwettkampf neigte sich unter gebührender Feierlaune dem Ende zu.

Resümee des hinter uns liegenden Wettkampfes – es wurden sehr schöne Vorführungen gezeigt, die doch wahrlich ansehnlich waren – auch wenn hier und da noch Verbesserungen vorgenommen werden müssen – ist die Landesgruppe Hessen-Süd National wieder auf einem guten Weg, es sind viele junge Hunde die noch einen erfolgreichen Weg vor sich haben.

Alles in allem möchte ich mich bei allen Teilnehmern, Helfern, Organisatoren und Schlachten-bummlern bedanken, denn nur wir haben das Wochenende zu dem gemacht was es letztendlich war. Ein Miteinander und kein Gegeneinander.

Mit sportlichem Gruß
Heiko Scheurer